Kultur



Ganzjähriges

Das Vorderösterreich Museum

Der Stadt Endingen und dem Verein der Freunde des Vorderösterreich-Museum ist es gelungen, Orginal-Exponate zu erhalten, zum Teil als private Leihgaben. Als weithin beachtete Sonderausstellung konnte 1997 eine große Zahl von Stücken über die Familie von Ulm-Erlach gezeigt werden, viele davon aus Familienbesitz.

In sieben Räumen und auf ca. 170 qm werden - in der Konzeption von Prof. Dr. Franz Quarthal, Stuttgart - Entwicklung und Besonderheiten der habsburgischen Vorlande dargestellt.
Die Halle im Erdgeschoß zeigt eine Gesamtschau der habsburgischen Stellung in Südwestdeutschland - unter anderem Großdias der Grabplatte König Rudolfs und vier der Königsfelder Stifterfenster.

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr: 9 - 12 Uhr
Mo, Di und Fr: 15 - 17 Uhr

November bis März
1. Sonntag im Monat von 10.30 - 12.30 Uhr

April bis Oktober
jeden Sonntag von 10.30 - 12.30 Uhr
Gruppen nach Vereinbarung
  

Das Käserei Museum

Die Käserei Seraphin Risch, die letzte noch erhaltene Käserei unserer Region aus dem 19. Jahrhundert, bietet besondere Leckerbissen an. Das Käserei - Museum, mit über 200 Exponate vermitteln die Arbeitsabläufe im 19. und 20. Jahrhundert. Schau- und Probierkäserei bietet traditionelle Käseerzeugung mit modernen Mitteln.


Wir haben jeden Sonntag von 14 - 17 Uhr für Einzelbesucher geöffnet.

Käserei Risch
Rempartstr. 7

  

Der Rebenbummler

Erleben Sie den Kaiserstuhl aus einer ganz neuen Perspektive. Fahren Sie mit dem historischen Dampfzug "Rebenbummler" durch Felder und blühende Obstgärten, durch die Rheinauen und mitten durch die sonnenverwöhnten Weinberge. Besuchen Sie liebenswerte Winzerorte mit wohlklingenden Namen. Genießen Sie die Fahrt bei einem "Viertele" Kaiserstühler Wein.

Der Rebenbummler
Der Zug besteht aus historischen Wagen der Baufahre 1906 bis 1928, alle mit Holzbänken und größtenteils mit offenen Plattformen. Ein besonderes Erlebnis ist der Barwagen aus dem Jahr 1912. Dessen Weinkarte beinhaltet vorzügliche Weine aller Winzerorte, die die Kaiserstuhlbahn durchfährt.
Gezogen wird der Zug von der Dampflokomotive 384, erbaut 1927 bei Henschel & Sohn in Kassel. Sowohl Lokomotive als auch Wagen waren bis in die sechziger Jahre auf der Kaiserstuhlbahn im Planeinsatz und bilden einen stilreinen süddeutschen Nebenbahnzug, der in dieser Form einmalig ist.

Erlebnisfahrt
Empfang im Bahnhof Riegel mit Wein und Brezel - Fahrt mit dem Rebenbummler (Abfahrt 10.15 Uhr*) - Aufenthalt in Endingen - Führung durch die historische Altstadt - Rustikales Mittagessen - Weiterfahrt nach Breisach - 2 1/2 Stunden Aufenthalt zur freien Verfügung - Abfahrt 16.20 Uhr zur gemütlichen Rückfahrt nach Riegel - (Ankunft 17.40 Uhr*)

In Breisach besteht die Möglichkeit einer Schifffahrt auf dem Rhein, Dauer ca. 2 Stunden, Abfahrt 14.00 Uhr.

Bei der Ausarbeitung individueller Programmpunkte für den Nachmittag sind wir gerne behilflich, z.B. Rebwanderung, Besichtigung einer Wein- oder Sektkellerei mit Probe oder eine Kulturführung.


Information und Reservierung:
Endinger Verkehrsbüro
Adelshof 20
Tel: 07642 / 689990

www.rebenbummler.de

  

Unser Wein

Noch nie war das Interesse am Wein so groß wie heute. Wein, das ist nicht nur ein Getränk, sondern ein Stück Kultur und Lebensart. Wein macht den Tisch zur Tafel, das Menü zum Festessen und den Stehempfang zum feierlichen Auftakt. Wenn Wein heute eine beträchtlich größere Rolle spielt als noch vor zwanzig Jahren, dann hat das natürlich auch etwas mit dem Wunsch zu tun, sich etwas Gutes zu gönnen.

Entsprechend Umfangreich gestaltet sich die Auswahl im Fach- und Lebensmittelhandel. Sowohl für jeden Geldbeutel, als auch aus allen Herrenländern gibt es eine reichliche Auswahl. Und wer die Wahl hat, der hat bekanntlich auch die Qual, denn was einem schmeckt, kann man nur selbst herausfinden.

Ob Abends vor dem Fernseher oder zu einem festlichen Menü, beim Grillen auf der Terrasse oder ob zu einem Jubiläum, je nach Anlaß hat jeder seine eigenen Vorstellungen, über die Qualität und die Sorte des Weines. Also: einfach probieren, und selbst ein Bild machen.

Wer Wein tatsächlich beurteilen möchte, muß sich auf seine eigenen Sinne verlassen. Um diese Sinne zu Testen und zu Schulen bieten fast alle Weingüter und Winzerhöfe am Kaiserstuhl Weinproben und Teilweise sogar Weinseminare an. Ohne jeden Kaufzwang kann sich jeder seine eigene Meinung bilden und sich von Experten bei der Findung eigener Vorlieben unterstützen lassen.

Typische Weinsorte des Weinanbaugebiets Kaiserstuhl Tuniberg ist unter anderem der Ruländer, der in den letzten Jahren eher in der Ausbauform Grauburgunder bekannt wurde. Hierzu wird auch alle 2 Jahre in Endingen ein Grauburgunder Symposium mit Unterstützung der

hiesigen Weingüter und Winzerhöfe, veranstaltet. Aber auch andere Weißweinsorten wie der Weiße Burgunder und der Müller-Thurgau sind leicht aromatische Weine, die sich sehr gut zu fast jedem Essen genießen lassen. Ein kräftiger Rotwein, der zunehmend den Französischen und italienischen Sorten standhalten kann ist der Späthburgunder, als kräftiger Rotwein ausgebaut, und im Holzfass gereift, wunderbar an lauen Sommertagen aber auch lecker im Winter am Kamin schmeckt.

  

Rebsorten am Kaiserstuhl

Die Müller-Thurgau Rebe wurde von Professor Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau stammend, aus den bekannten Rebsorten Riesling und Gutedel als Eltern durch Kreuzung gezüchtet. Die Rebe liefert große, gelbliche grüne Trauben, die sehr früh reifen. Sie ist zur Erfolgsrebe geworden, da der Wein saftig, bekömmlich und mit feinem Muskatbukett ausgeprägt ist.
Vermutlich ist der Riesling aus der "rheinischen Wildrebe" entstanden. Die Rebe ist von großer Vitalität. Die Trauben sind klein bis mittelgroß und haben hellgelbe kleine Beeren, die sehr spät reifen. Mit seinem würzigen Duft, seiner Rasse, seiner belebenden Rießlingfruchtsäure erreicht er erst nach Jahren seinen Höhepunkt.
Der Silvaner ist wahrscheinlich aus der Donau Wildrebe entstanden. Die Rebe beansprucht sehr warme Lagen. Die Trauben sind mittelgroß und walzenförmig. Die Beeren sind groß, grünlich und von neutralem, angenehmen Geschmack. Der Silvaner bringt weiche, vollmundige Weine, die bekömmlich und von neutralem Aroma sind.
Der Ruländer (pinot gris = grauer Burgunder) gehört zur "Burgunder Familie". Die Rebe liebt insbesondere warme Lößterrassen. Die Trauben erreichen im Durchschnitt den höchsten Zuckergehalt aller Sorten. Die Weine sind von kräftigem, spezifischem Bukett sowie Aromastoffen geprägt und sehr extraktreich. Trockene, säurebetont ausgebaute Weine werden als Grauer Burgunder bezeichnet.
Blauer Spätburgunder (pinot noir) liefert dunkelblaue, dichtbeerige Trauben, welche spät geerntet werden. Die Rotweine dieser Sorte zählen zu den besten Rotweinen der Welt. Sie erlangen eine typische rubinrote Farbe mit einem an Brombeeren erinnernden Burgunderduft. Die weiß gekelterte Moste ergeben den berühmten Weißherbst.
Weißer Burgunder (pinot blanc) ist die weiße Variante der bekannten "Burgunder Familie" welche von den drei Traubenfarben blau, grau und weiß (d.h. grün) eine Einheit darstellt. Der Weißburgunder ist relativ neutral. Erst von hohem Mostgewicht an aufwärts zeigen die Weine Eigenart und Charakter Die Weine sind elegant im Stoff, mit zartem Bukett und feinem Säurespiegel.
Die Sorte Gewürztraminer ist uralt. Sie wurde schon von römischen Agrar-Schriftstellern beschrieben. Diese Rebe beansprucht die allerbesten Lagen. Sie bringt geringe Erträge mit hohen Qualitätseigenschaften. Die Traube ist klein, rotbraun, zuckersüß und wird spät geerntet. Die Weine sind von faszinierendem, starkwürzigem Bukett. Das Aroma ist lang anhaltend. Der Gewürztraminer bringt hervorragende Spitzenweine.


Verkaufsstellen der Winzergenossenschaft Endingen
Weinkeller Roßwog   Riegeler Str. 6   Tel. 07642/ 7285


Weingüter in Endingen
L. Bastian   Königschaffhauserstr. 8   Tel. 07642/ 6009
Fax. 07642/ 3862
Weingut Knab   Hennengärtle 1   Tel. 07642/ 6155
J. Kindler   Schambachhof 2   Tel. 07642/ 7302
Fax. 07642/ 6155
Winzerhof Linder   Stollbruckstraße 12
Info@Winzerhof-Linder.de
www.Winzerhof-Linder.de
  Tel. 07642/ 5525
Leopold Schätzle   Wilhelmshöfe 1
leopold@schaetzle-weingut.de
www.schaetzle-weingut.de
  Tel. 07642/ 3361
Fax. 07642/ 2460
R. Schneider   Königschaffhauserstr. 2   Tel. 07642/ 5278
Fax. 07642/ 2091


Winzergenossenschaft Königschaffhausen   Tel. 07642/ 1003
Fax. 07642/ 2535
Winzergenossenschaft Kiechlinsbergen   Tel. 07642/ 90410
Fax. 07642/ 904141
Winzergenossenschaft Amoltern   Tel. 07642/ 7463

  

Unsere Fasnacht

Vorfasnetszit: Jokiligeist und Narreneid
Wenn die Ernte beendet ist, der funkelnde Kaiserstühler Wein in den Kellern lagert und die Nächte wieder länger werden, dann ist die Zeit gekommen für die Jahreszunftsitzung der Endinger Narrenzunft. Anfang November - an der Kilwi - trifft sich die Zunft auf dem historischen Marktplatz. Mit klingendem Spiel des Bürgerwehr-Spielmannszug geht es zum Jokilibrunnen im Fronhof, um dort den "Jokiligeist" für die anschließende Vereidigung zu schöpfen. Man spürt, daß es der Fasnet entgegengeht, wenn der Jokiligeist Stütze für Stütze in das Biggi des Oberjokili gefüllt wird. Jede einzelne Stütze wird einer Persönlichkeit unserer Stadt gewidmet.

Nach einem zünftig geblasenen Marsch der "Jokilibrinnler" wird der kostbare Jokiligeist vom letztjährigen Oberjokili durch die Stadt zur Kilwi getragen, wo vor der versammelten Endinger Bevölkerung alljährlich die traditionelle Vereidigung der Erz- und Ehrennarren, der Zunftmeister, Beiräte, Zunftgesellen und Zunftlehrlinge stattfindet. Zu dieser Zeremonie tragen nur die Zunftmeister ihre Narrenkappe. Ansonsten ist - äußerlich - von der Fasnet nichts zu bemerken, denn Fasnetszeit ist in Endingen nur von Dreikönig bis Aschermittwoch. Ein besonderes Ereignis vor der Vereidigung, ist die Bekanntgabe des Oberjokili für die nächste Fasnet, der zuvor in der Jahreszunftsitzung aus den Reihen bewährter Narren gewählt wird.

Hexli, Kappenabende und Zunftball
Mit Sehnsucht warten die Kinder auf das Fest Maria Lichtmess. Ab dann treiben sie als Hexen ihren Schabernack in unserem Narrenstädtchen. Al Kleidungsstücke müssen abgelegte Röcke, Schürzen usw. von Mutter oder Großmutter herhalten. Das Gesicht wird mit beliebigen Larven verhüllt. Während die kleinen Hexen zaghaft oder zuweilen auch heftig mit der Straßenfasnet beginnen, finden abends schon Kappenabende statt. Narrennester und Lokale veranstalten ihre Narrenfeste.
 
Bei den urwüchsig-närrischen Programmen der Narrennest-Kappenabende wird manches glosiert, was sich während des Jahres im eigenen Ortsviertel ereignet hat. Der "Jokiligeist" zeigt in begeisterten Auftritten von Jung und Alt aus eigenen Reihen seine Wirkung. Den Höhepunkt der Vorfasnet-Saalveranstaltungen bildet der Zunftball der Endinger Narrenzunft. Bewährte Akteure aus Zunft, Narrennestern und Vereinen geben in gelungenen Wort-, Gesanges-, Tanz und Akrobatikaufführungen ihr Bestes. Die meisten Auftritte sind bereits zur Tradition geworden. Mit der Eröffnung durch den Bürgerwehr-Spielmannszug und der anschließenden Begrüßung durch den Oberzunftmeister nimmt das große närrische Programm seinen Verlauf.

´s isch Fasnet:


Der große Schmuzige Dunnschdig
Erst am Schmutzige Dunnschdig geht die Fasnet in Endingen richtig los. Wer am späten nachmittag in unser Narren-Städtli kommt, glaubt in den falschen Ort gerasten zu sein. Noch geht alles seinen gewohnten Gang. Doch beim Einbruch der Dunkelheit, wenn der Zeiger der Torli-Uhr gegen "Siibini zobe" geht, bricht die Fasnet los:

 
Angeführt durch den "Bäsemann", gefolgt vom "Stadttier", dem Bürgerwehr-Spielmannszug und dem Zunftrat mit dem Narrenbaum auf den Schultern, setzt sich der große Hemdklunkerumzug in Bewegung. Dahinter quillt einer unübersehbare Zahl großer und Kleiner, alter und junger, dicker und dünner, lediger, nichtlediger und altlediger Hemdklunker durch das Torli in die Narrenstadt. Die Hauptstraße entlang durch den Fronhof - am Jokilibrunnen vorbei - zieht die große Schar der Hemdklunker mit ohrenbetäubenden Lärm zum
Rathausbrunnen auf dem historischen Marktplatz, um den Jokili aus dem Brunnen zu holen. Wenn der Narrenbau aufgestellt ist und das Weiß der vielen Hemdklunker den nächtlichen Marktplatz erhellt, singt der "Bäsemann" vom Brunnenrand herunter die Fasnet an: "Ihr liabi Lit, ihr mache alli mit - ´s isch Fasnet, ´s isch Fasnetszit" Dann wird es still. Der Oberzunftmeister und Zunftmeister, seit Jahrzehnten Erznarr Eugen Löffler, beschwören den seit der letzten Fasnet im Brunnen ruhenden Jokili. Das eindringliche "Jokili, bisch in Brunne gheit - i hab di here plumpse...." und das mächtige "Jokili kumm!" aus den Kehlen der vielhundertköpfigen Narrenschar erwecken den Jokili zu neuem Fasentsleben. Es erscheint der Oberjokili, die Urgestalt der Endinger Fasnet, inmitten roter Beleuchtung auf dem Brunnenrand. "Jetzt isch Fasnet!" In seinem stürmisch geeiferten Antrittsprolog verspricht der Oberjokili, allen Narren in den kommenden Fasnetstagen "glicklig z´mache" und erheischt von der Obrigkeit den Stadtschlüssel: "Un jetzt no eins, i sag´s eich glatt: i will d´r Schlissel vu d´r Stadt!" Dann strömen aus allen Winkeln und Gassen die Jokili herbei und bringen ihm den Stadtschlüssel. Unter den Klängen der närrischen Stadtmusik tanzen die Jokili auf den "Alten Endinger Narrenmarsch" den Jokilitanz um den Narrenbaum. Danach geht's im Städli hoch-närrisch zu. Hemdklunkerbälle finden statt. In allen Lokalen "isch ebbis los". Die Jokili, Hemdklunker, andere Maskierte ziehen schnurren, dabei die vielen Endinger Fasnetlieder singend, durch die Narrenstadt. Es herrscht Hochstimmung bis zu Morgengrauen. Wen wundert´s, daß die Endinger narre nach diesem großartigen Auftakt erst am Fasnetssamschdig wieder voll bei Kräften sind!?

Am Fasnetssamschdig sind bereits nachmittags einzelne Gruppen in allerlei närrischer Aufmachung unterwegs. "´s wird Umziglis g´macht!" Mit urigen Klängen zieht auch die "Jokilimusik" durch´s Städtli, um auf den bevorstehenden Abend einzustimmen, an dem wieder einiges geboten ist. Besonders für Kinder mit ihrem "gizig, gizig..." beleben die Straßen und erheischen da un dort so mancherlei. Abends ist wieder das ganze Städtli auf den Beinen. Viele Gruppen ziehen von Wirtschaft zu Wirtschaft zum Schnurren - hinter der Larve den anderen zu verulken und ihm in närrisch-offener Art so allerlei zu sagen. Unter ihnen auch die Schurrwiiber, die in unserer Fasnet - wie auch in manch anderem Narrenort - so alt sind, wie´s über andere was zu schnurren gibt. Narrenbälle finden statt und überall herrscht die urwüchsige Endinger Fasnet-Stimmung.

Fasnetssunndig
Fasnetausrufen durch den Stadthauptmann

Der Fasnetsunndig ist der große Jokilitag. Am Morgen verkündet der Stadthauptmann, hoch zu Roß, begleitet von Trommlern des Bürgerwehr-Spielmannszuges, den großen Tag. "Vu amtliger Stell sei Eich verkindet - ´s isch Fasnet jetzt fir alli Lit..." Der Stadthauptmann hat seinen fasnächtlichen Ursprung in Endingens Fasnetspielen. Als ehemaligem Kommandanten der Bürgermiliz obliegt es ihm, am Fasnetssunndig die Fasnet auszurufen und den großen Umzug am Fasnetmendig anzuführen.

Der Jokiliumzug und die Verteilung des Narrenbrotes

Nach dem Mittagessen treffen sich alle kleinen und großen Jokili vor dem Torli zu "ihrem" Umzug. Voraus das Zunftschild, die Narrenfahnen, das Stadttier und die Zunftarten, führt der Oberjokili unter klingendem Spiel des Bürgerwehr-Spielmannszuges und der Stadtmusik seine goße Jokilischar durch die Straßen der Narrenstadt. Den vielen Zuschauern des närrischen Treibens bietet sich ein großartiges Bild, wenn die500 bis 600 Jokili in ihren roten, schellenden Narrenkleidern zu den Klängen den Narrenmärsche durch´s Torli in die Stadt ziehen, um mit ihren
 
"Soiblodere" für Spaß und Leben in den Umzugsreihen zu sorgen. Den Abschluß des Jokiliumzugsreihen bildet der Zunftrat und die "Rebwiiber", die mit ihrem "Jokiligeist" so manche Kehle am Umzugsweg vor dem Austrocknen retten. Auf dem Marktplatz löst sich der Umzug mit der Verteilung des Narrenbrotes (Wurst und Wecken) an die kleinen Jokili auf. Der Oberjokili verlost Jokilistecken und die Jokililarve. Dann ziehen die Musikanten und die Jokili durch die Wirtschaften, um sich nach Schnurren und Fasnetsliedersingen wieder mit manchem "Viartili" zu stärken.

Fasnetsverkünden durch den Oberjokili mit Jokili-Fackelumzug

Das Treiben und Schnurren der Jokili wird nur noch unterbrochen durch das Fasnetverkünden des Oberjokili beim abendlichen Fackelumzug. Nach Einbruch der Dämmerung nimmt der bunte Umzug, bei dem auch die Stadtmusik und der Bürgerwehr-Spielmannszug mitwirken, seinen Lauf. An den einzelnen Stadtbrunnen verkündet der Oberjokili "d´r hegschd Fiirtig im Johr" - den Fasnetsmendig: "...un wenn dr ä rächte Narr wit si - no bisch aü sicher dü drbi..."

Fasnetmendig - ...mr sait: "D´r hegscht Fiirdig im Johr"
Wecken durch den Oberjokili und die Katzenmusik

So mancher Narr war noch gar nicht im Bett, wenn es am Fasnetmendig-Morgen in aller Früh schon wieder in allen Ecken des Narrenstädtchens anfängt zu rumoren. Im Schlafanzug, mit allerlei Krachinstrumenten bestückt, trifft sich ein buter Haufen von narren vor dem Torli. Während man in den Narrennestern noch emsig mit den letzten Vorbereitungen für den großen Umzug am Nachmittag beschäftigt ist, bewegt sich der Umzug, angeführt vom Oberjokili, mit ohrenbetäubendem Krach und Katzenmusik durch die Straßen und Gassen. Unterbrochen wird dieser Krach nur durch das " stehn uf, stehn uf - ihr Narre..." des Oberjokili. Dieser Umzug dauert so lange, bis auch im letzten Winkel bekannt ist, daß der große Fasnetsmendig angebrochen ist.

Narrenvesper der Zunft

Nach dem Wecken lädt die Narrenzunft, einer langen tradition folgend, zu Narrenvesper, Eine kräftige Suppe gibt neuen Elan und hilft auch dem Schwächsten wieder auf die Beine. Mit der Verleihung des Fasnetorden dankt die Zunft all den Narren, die sich um die alljährliche Durchführung der Endinger Fasnet besonders verdient machen. Einer Ortsgeistlichen oder eine andere honorig Persönlichkeit beschließt die närrisch-gemütliche Zusammenkunft mit der Narrenpredigt.

Der Höhepunkt des Tages steht bevor:

Der "große Umzug" der Jokili und aller Narrennester

 
Es ist alljährlich ein großes Ereignis, wenn sich am Fasnetsmendig "z´middag" der Umzug der Jokili und der vielen Narrennester (Ortsviertel) durch die Straßen unserer Narrenstadt bewegt. "Alli mache mit!" Fast jeder Endinger ist in irgendeiner Weise am "Großen Umzug" beteiligt. An der Spitze des Umzuges die Traditionsgruppen; vom Stadthauptmann über die Bürgerwehr-Spielleute, Galli und Dielfraili, das Stadttier, den Oberjokili mit seiner fast unübersehbaren Schar kleiner und großer Jokili, die - zu den Narrenmärschen der Stadtmusik
hopsend - ihr schellendes Kleid erklingen lassen, bis zu den Rebwiibern und Zunftmeistern. Danach der fast unaufhörliche Zug der Gruppen und Wagen der einzelnen Narrennester, die das, was im Narrenstädli im vergangnen Jahr so passiert ist, auf ihre Weise närrisch glossieren. Alles, was in der Vorfasnetszeit mit Begeisterung ausgeheckt wurde, wird hier zum besten gegeben: Da sind die "Fronhöfler" mit ihren "Jokilibrinnler", das "Schützenäscht" mit "´s PaulToni´s Müsikschual" und die "Höfler", das höchste Narrennest der Stadt. Dann die "Torlibandi", "´s Biehli" und "d´Bahnhöfler" - immer wieder unterstützt durch die närrischen Musikkabellen der Nachbarorte. Das Narrennäscht "Krabbetal", die "Ostelbandi" mit ihrer "Hexebänd", "Schwobthalerstroß", die "Endinger-Forchemer" und "d´Wilhelmshöfler" genauso wie die "Bachwaddler". Dazwischen andere von Fasnet zu Fasnet wechselnde Gruppen und Vereine. Auch die "Schtraüschöähwaddler" aus Amoltern, "d´Forchemer" (Forchheim) und "d´Schaffhüsemer" (Königschaffhausen) und nicht zuletzt die "Romanshöfler" bereichern seit Jahren den großen Umzug.

"...di isch ebbis los..."!

wenn der Alte Endinger Narrenmarsch erklingt das Schellen der Jokili die Straßen erfüllt und das närrisch-bunte Schauspiel der Narrennester die ganze Narrenstadt belebt, dann spürt man den "Jokiligeist", von dem die Endinger Fasnet lebt.

Der traditionsreiche Bürgerball

Zünftiger Abschluß dieses großen Tages der Endinger Volks- und Brauchtumsfasnet ist der traditionsreiche und beliebte Bürgerball. Die närrischen Akteure geben bei ihren Auftritten nochmals ihr Bestes. Bis in die frühen Morgenstunden herrscht Hochstimmung und es sieht wahrhaftig so aus, als wollte kein rechter Narr die letzten schönen Fasnetsstunden vrsäumen.


Fasnetszischdig
Frauenrecht und Narrenhock

Am Morgen des Fasnetszischdig ist es ruhig im Städtli. Da und dort hört man noch das Schellen der letzten Jokili auf ihrem schweren Heimweg. Nach dem anstrengenden Fasnetsmendig brauchen die Narren zunächst ihre wohlverdient Ruhe. Doch nachmittags wird´s wieder lebendig: In den Lokalen treffen sich die Frauen zu ihrem traditionellen Frauenrecht. Bei Kaffee und Kuchen wird so herrlich über´s Neuste und weniger Neues sowie über´s Fasnetsgeschehen geschwätzt. An den Stammtischen, im Torli und auch in den Stuben zuhause finden sich die Narren zu ihren gemütlichen weinseligen Narrenhocks ein. Mit manchem Viartili werden die Kehlen geölt, um gemeinsam die alten und neusten Fasnetlieder zu singen, Fasnet-"Sprichli" aufzusagen und bis zum Abend die letzten Fasnetspäße zu machen.
Auf den Straßen ist kaum noch ein Jokili zu sehen!

Schauerlicher Trauerumzug "D´r Jokili wird in Brunne gheit."

Es wird Nacht. Die Narren ziehen zum Torli. Alle sind schwarz gekleidet, nur die weißen Rüsche erinnert noch an den Jokili. Unter den dumpfen Trommelklängen der Bürgerwehrleute formiert sich der schauerliche Trauerumzug. Mitbedächtigem Schritt wird der "tote Jokili" auf der Bahre durch die Stadt getragen. Ihm folgt mit schauerlich-gedämpften Narrenmärschen die Stadtmusik. Dahinter mit fürchterlichem Geheul die übergroße Trauerschar. Ganze Leintücker sind nötig, um die vielen "Tränen" zu trocknen
 
Am Rathausbrunnen angekommen, setzt beim trauernden Narrenvolk das große "Wehklagen" ein. In einer ergreifenden, "tschürige" Trauerrede wird vom Joili - und von der Fasnet - Abschied genommen. Nach der Erteilung des Heringsegens, des Geldbittel- und Gitterlisegens und dem dumpfen "Jokili, jo, jo " der ganzen närrischen Trauergemeinde wird der Jokili unter großem Geheul in den Brunnen versenkt. "Jetzt isch d´Fasnet rum!" Nach der Trauerzeremonie ziehen die trauernden Narren in Gruppen durch die Lokale. Da und doert bringen die letzten Fasnetstunden nochmals Hochstimmung, aber punkt 12 Uhr mitternachts ist die Fasnet aus. In der Narrenstadt herrscht Ruhe!

Den Narren bleibt nur ein Trost: "´s goht d´rgege!"